Pssst – besonders helle leise speisen

Mitte dieses Jahres haben wir gemeinsam mit dem Kasseler Sozial-Center der Heilsarmee ein Raumgestaltungskonzept erarbeitet, einen Speisesaal für die nächsten Jahre zu ertüchtigen. Über die Anforderungen und ersten Ideen berichteten wir bereits, mittlerweile ist unser Entwurf umgesetzt und der neue Raum in Benutzung.

Gesamter Raum Sozial-Center KasselWir haben uns einige besondere Details einfallen lassen, um diesen Raum der Gemeinschaft, des gewohnten Regelmäßigen und des Speisens (diese Notwendigkeit ist für die Bewohner und Gäste an diesem Ort eben keine Selbstverständlichkeit) so zu gestalten, dass der Raum seiner Bedeutung gerecht wird.

Vor allem herrscht zur Mittagszeit reges Treiben in dem Raum. Tische und Stühle sind bequem, aber zweckmäßig – und verursachten beim Verrücken zusammen mit Geschirr- und Besteckgeklapper bisher eine Menge Krach in dem rechteckigen Raum mit seinem Fliesenboden.

Um den Lärm, der neben der schlechten Beleuchtung ein Hauptstörfaktor war, zu reduzieren, haben wir für jede Fläche des Raums Lösungen erdacht, die den Schall brechen und dämpfen:

Die Decke (aus verputzten Strohmatten, kaum zu handhaben) erhielt lastverteilende, großflächige Elemente, die gleichzeitig Leuchten wurden. Der Boden erhielt wunderbares Linoleum als neuen Belag, das unglaublich robust aber auch ein wenig weich ist. Die Wände schließlich erhielten schallschluckende Elemente aus federnden Buchenholzflächen, die fein geschlitzt und mit dämmendem Material gefüllt sind.

Die kleinen Wandelemente bewirken einerseits durch eine serielle Anordnung (mehrere Elemente nebeneinander) eine Auflockerung des Raums, andererseits bleibt viel Wandfläche erhalten – für mehr Helligkeit und Weite.

Viel Planung und ausführliche Skizzen halfen bei der Beurteilung der EntwürfeDiese besonders flachen Wandelemente ergeben zusammen mit sorgfältig ausgewählten Bildern das Hauptgestaltungselement. Sie strukturieren die weißen Wände, lenken von der sehr niedrigen Decke ab und schaffen mit dem hölzernen Farbton eine wohnliche Atmosphäre. Die Kanten sind, wie bei allen Buche-Elementen im Raum, geschwärzt – der einheitlichen und wortwörtlichen Linie wegen.

Der zweite Störfaktor, die schlechte Beleuchtung, haben wir zum Teil klassisch gelöst: Über dem Buffet-Tresen sorgen unauffällige LED-Strahler für appetitliches Essen.

Unkonventioneller hängen über den Tischen zur Hervorhebung der vier Sitzgruppen (und um Schall zu brechen) kreisrunde Deckenelemente. In ihnen sorgen einerseits breitstrahlende LED-Strahler für eine besonders hohe Lichtstärke auf den Tischen, schattenfrei und in einem sehr schmeichelhaften Warmton. Hinter den Elementen sorgen andererseits helle Lampen mit hervorragender Lichtqualität für ein indirektes Licht und eine kräftige Aufhellung der Decke, was den Raum höher wirken lässt.

Wohnliche Atmosphäre ohne indirektes Licht
Wohnliche Atmosphäre ohne indirektes Licht

Im Alltagsbetrieb wird gerne auf das indirekte Licht verzichtet – das betont die Sitzgruppen stärker und sorgt für unsichtbare Trennungen – es macht den Raum einfach viel gemütlicher. Wird aufgetischt, geräumt, geputzt oder vor allem eine Versammlung abgehalten, sorgt die indirekte Beleuchtung zusätzlich für eine frischere Stimmung und mehr Grundhelligkeit ohne den heimeligen Hell-Dunkel-Wechsel.