Funktion und Nutzen von LED-Flutern

LED-Baustrahler-Beispiel 6Zu Zeiten, als der typische Baustrahler mit schwarz lackiertem Aluminiumdruckgussgehäuse – weiß war beinahe zu schick – 500 Watt überwiegend in Wärme umgewandelt hat, weil das Glühlampen eben so machen, fand man diese urtümlichste der billigen Zweckbeleuchtungen nur da, wo sie hingehörten – nämlich auf dem Bau, in kaum benutzten Kellern, als Übergangslicht in Industriehallen oder gekoppelt an Bewegungsmelder in Hinterhöfen.

Man sah sie eher selten im zweckfremden Einsatz, LED-Baustrahler-Beispiel 2wie sie Kundenparkplätze des örtlichen Supermarkts, Schilder von Imbissbuden am Landstraßenzubringer oder das Autoangebot des An-und-Verkauf-Händlers im Industriegebiet beleuchteten. Man vermied ihren zweckfremden Einsatz nicht, weil sie mehr blenden als zu erhellen oder dramatische Schlagschatten erzeugen, sondern weil sie eine Menge Energie verbrauchen und ein Leuchtmittelwechsel nach kurzen 1000 Stunden nötig war (manchmal auch 2000 Stunden bei Markenware) – der Baustrahler war weder sparsam noch einfach zu warten.

LED-Licht ist günstig geworden – und billig

LED-Baustrahler-Beispiel 4Das hat sich seit dem Siegeszug der LED mit ihrem Ruf, eine Art Wunderwaffe im Kampf gegen Ressourcenverbrauch zu sein, geändert. Der LED-Fluter ist groß im Kommen, jener mit dem kleinen gleißenden Lichtpunkt einer »Power-LED« oder wahlweise der Retrofit-Einsatz für den Sockel R7s, der die Halogenlampe ersetzt: Schluss mit hunderten Watt Stromverbrauch und dem ständigen Leiteranstellen für den Lampenwechsel.

Zweifellos ist der Einsatz von LEDs in dieser Art Leuchte sinnvoll, und auch die Lichtausbeute ist beeindruckend, stellt man sie dem geringen Stromverbrauch gegenüber. Doch der Einsatzzweck des Baustrahlers ist eben der Bau (oder der Keller oder Hinterhof). Er blendet nach wie vor, erzeugt harte Schatten, grelle Spiegelungen und taucht alles Angestrahlte in ein filmreifes suspektes Licht.

Notwendiges Fachwissen

LED-Baustrahler-Beispiel 3Bei genauem Hinsehen überlegt man sich den Einsatz dieser Strahler zweimal, doch das erfordert Fachwissen. Was bedeuten Lumen pro Watt, Farbtemperatur oder Farbwiedergabe und was ist die Schaltfestigkeit?

Mit selbem Stromverbrauch ließe sich oftmals eine wesentlich schönere, ansprechendere Beleuchtung realisieren, eine Beleuchtung, die nicht »einfach irgendwie hell« macht, sondern etwas ins rechte Licht rückt – im wahrsten Sinne des Wortes. Dafür muss man aber wissen, was es für Alternativen gibt (beinahe unendlich viele) und was mit der Beleuchtung erreicht werden soll. Es muss Wissen zur Lichtwirkung und der verfügbaren Technik vorhanden sein – oder ein Fachmann gefragt werden.

Halogenstrahler Parkplatz
Selbe Lichtwirkung wie LED-Baustrahler, aber seltener: Mit rund 3000 Watt Halogenlicht beleuchteter Parkplatz

Wie macht man’s besser?

Die Lichtwirkung ist schnell verbessert, wenige Faustregeln vermeiden die gröbsten Fehler:

1. Den Blick in die Lichtquelle vermeiden: Platziert man die Leuchte so weit oben wie möglich, schaut niemand direkt in die helle Lampe.

2. Schatten eliminieren: Mehrere Leuchten, die die zu beleuchtende Fläche aus verschiedenen Richtungen anstrahlen, vermeiden harte Schatten und dunkle Flächen. Drei oder mehr Lichtquellen sind ideal.

3. Hartes Licht entschärfen: Ein Reflektor mit Struktur oder ein diffuses oder prismatisches Abdeckglas nehmen dem Lichtpunkt der Lampe seine gleißende, blendende Wirkung und machen Schatten weicher.

4. Reklameschriften und Fassaden nicht mit einem oder zwei Strahlern beleuchten. Mit langen Lichtbändern, die ein gleichmäßiges Licht liefern, wirkten Logos, Schriftzüge und interessante Architektur freundlich und einladend.

Natürlich lässt sich im Detail noch weitaus mehr optimieren, gerade werbende oder öffentlichkeitswirksame Effekte werden erst durch eine gute Lichtplanung möglich, durchdachte Ideen heben sich von der Masse ab und fallen besonders positiv auf. Diese Ideen entstehen in konkreten Gesprächen und während individueller Beratung.