Sind LED-Lampen wirklich alle stromsparend?

Die Zauberformel heißt: Lumen pro Watt – oder: Lichtausbeute.

Man kann davon ausgehen, dass jeder die Watt-Angabe kennt – zu Glühbirnenzeiten war das die ausschlaggebende Angabe auf der Verpackung, wie hell die »Birne« ist.

Später, als Energiesparlampen (die mit der Leuchtstoffröhre vorne dran) der Inbegriff für sparsames Beleuchten waren, wurden oft sehr großzügige und kaum überprüfbare Vergleiche auf den Verpackungen angegeben wie: »Die Helligkeit entspricht einer 60-Watt-Glühlampe.« Später im Einsatz wunderte sich jeder, ob eine 60-Watt-Birne tatsächlich so dunkel war.

Als die ersten LED-Lampen auf den Markt kamen, wurden ähnliche Vergleiche gezogen. Um diese überprüfbarer zu machen, wurde eine verbraucherfreundliche Lösung gefunden: Mittlerweile muss für alle Leuchtmittel neben der Angabe, wieviel Strom sie verbrauchen (Watt, abgekürzt W), angegeben werden, wieviel Licht sie abstrahlen (Lumen, abgekürzt lm). Anhand dieser Angaben kann man einfach überprüfen, wieviel Licht man für den Stromverbrauch erhält.

Rechnet man also die Lumen-Zahl geteilt durch die Watt-Zahl, erhält man einen gut vergleichbaren Wert, nämlich Lumen pro Watt:

lm ÷ W = lm/W

Bei genauem Hinsehen entlarvt diese Rechnung die Stromschleudern, also die Lampen, die eine geringe Lichtausbeute im Vergleich zu ihrem Stromverbrauch haben. Zum Vergleich:

Kerze: 0,1 lm/W
Glühbirne: 10 lm/W
Halogenlampe: 15–20 lm/W
Leuchtstoffröhre: 70–90 lm/W
Halogenmetalldampflampe: 80–100 lm/W
Weiße LED-Lampe: 50–100 lm/W

Warum sind nicht alle LEDs gleich hell?

LED-Spot-Demontage
Ein LED-Spot in seine Einzelteile zerlegt: Das kleine gelbe Bauteil unter dem Reflektor aus klarem Kunststoff ist die LED, in ihr steckt noch kleiner der eigentliche LED-Chip, der leuchtet. Das wärmeleitende Gehäuse ist aus Aluminium. Im Innern steckt unter der runden weißen LED-Platine das Vorschaltgerät (ganz rechts im Gehäuse fest eingeklebt zu sehen).

Ein Glühdraht ist ein Glühdraht, so gilt es zumindest in der Allgemeinbeleuchtung. Eine Glühbirne mit 60 Watt Stromverbrauch war immer nahezu gleich hell, unabhängig vom Hersteller – so lieferte eine 60-Watt-Glühlampe immer rund 600 Lumen Licht (also 10 lm/W).

LED-Lampen unterliegen einem harten Wettbewerb, die Herstellung ist aufwändig. Einige Hersteller liefern für die LED-Chips, die in den Lampen verbaut werden, eine hervorragende Qualität mit guter Lichtausbeute, einige liefern die »billigen« Chips mit einer schlechteren Lichtausbeute.

Hinzu kommt, dass ein LED-Chip nicht einfach an die Netzspannung angeschlossen werden kann. LEDs brauchen immer ein Vorschaltgerät, die den Strom so anpasst, dass sie keinen Schaden nehmen. Hier hängt es immer vom Entwicklungsaufwand des Herstellers ab, ob er ein mehr oder weniger effizientes Vorschaltgerät herstellt. Auch hier gilt regulär: Teure LED-Lampen haben die bessere Technik. Neben dem Stromverbrauch beeinflusst das eingebaute Vorschaltgerät auch die Lichtqualität (billige LED-Lampen können flimmern oder Geräusche abgeben) und die Lebensdauer der Lampe (Stichworte: Schaltfestigkeit und allgemeine Lebensdauer).

Weiterlesen:

· Wie heiß werden LED-Lampen wirklich?
· Haltbarkeit I: Sind LEDs wirklich unzerstörbar?
· Haltbarkeit II: brennen LEDs wirklich nicht durch?
· Haltbarkeit III: kann man LEDs so oft schalten, wie man will?

Neben den Hilfestellungen aus diesen Kapiteln erkläre ich Ihnen auch einige technische Hintergründe, für das Feintuning und noch mehr Einblicke in diese faszinierende Beleuchtungstechnik.