Wieso werden LED-Lampen trotzdem heiß?

Während eine Glühlampe funktionsbedingt heiß sein muss, um zu leuchten (sonst glüht der Draht aus Metall nicht gleißend hell), mag es eine LED kalt, wie andere Elektronikbauteile auch. Je heißer eine LED betrieben wird, umso schneller altert sie. Das heißt: Mit steigender Temperatur wird die LED schneller dunkel und geht auch schneller kaputt.

Deshalb müssen LEDs im Betrieb gut gekühlt werden – der Grund, wieso die meisten LED-Lampen ein Gehäuse aus Metall haben und oftmals auch eine gerippte Oberfläche, um besonders viel Wärme abgeben zu können.

Massive Kühlrippen aus Aluminium einer LED-Lampe.
Massive Kühlrippen aus Aluminium einer LED-Lampe.

Daran erkennt man auch, wie hochwertig eine LED-Lampe ist: Ist sie sehr leicht, steckt kaum Metall in ihr. Metall ist jedoch der einzige gute Wärmeleiter, um die Hitze vom LED-Chip wegzuleiten und an die Umgebung abzugeben.

Hat eine LED-Lampe nur ein Kunststoffgehäuse, kann man davon ausgehen, dass sie entweder sehr dunkel ist (also wenig Leistung hat und auch kaum warm wird) oder ein sehr günstig verarbeitetes Produkt ist, das schnell ausfallen kann bzw. eine kurze Lebensdauer hat.

Dennoch erreichen LED-Lampen hoher Leistung oft auch hohe Temperaturen am Kühlkörper. Diese sind natürlich nicht mit der einer mehrere hundert Grad heißen Glühlampe zu vergleichen, verbrennen kann man sich allerdings trotzdem. Einige besonders kompakt gebaute LED-Lampen haben daher kleine Ventilatoren eingebaut, um die Wärme besser abzugeben.

Die Glühbirne ist zurück: Filament-LED-Lampen

Globe-Lampe mit mattiertem Glaskolben: Kaum erkennbar, aber es sind LED-Lampen

Filament-LED-Lampen, sie werden auch mit COB bezeichnet, nutzen eine kühlende Gasfüllung im Kolben, damit die kleinen LEDs nicht überhitzen. Kühlkörper oder Ventilatoren lassen sich hier nämlich nicht verbauen. Das klingt kompliziert, bringt uns aber die heißgeliebte “Glühbirne” zurück. In allen Formen, wie es die Birnen früher gab, gibt es jetzt auch LED-Lampen – die Rettung für alte Leuchten oder schicke Designs.

Die klitzekleine Elektronik befindet sich im Schraubsockel und ist kaum zu sehen. Eingeschraubt bleibt also das, was wir von der Glühbirne kennen: ein Glaskolben und ein “Glühdraht”. Dieser ist eigentlich ein Bündel an Glasstäben, in denen sich zig kleine LEDs aufreihen.

Also, wir stehen wieder vor der Qual der Wahl: Klassische Birnenform, Globe-Lampe, Kerzenlampe? Mit Reflektor, kuppenverspiegelt oder bräunliches Glas? Klar oder matt?

Tipp am Rande: Die Filament-Lampen gehören im Moment zu den sparsamsten LED-Lampen, haben aber oft nur eine durchschnittliche Lichtqualität und manchmal auch nur eine niedrige Schalthäufigkeit (dazu im Folgenden mehr).

Weiterlesen:

· Sind LED-Lampen wirklich alle stromsparend?
· Haltbarkeit I: Sind LEDs wirklich unzerstörbar?
· Haltbarkeit II: brennen LEDs wirklich nicht durch?
· Haltbarkeit III: kann man LEDs so oft schalten, wie man will?

Neben den Hilfestellungen aus diesen Kapiteln erkläre ich Ihnen auch einige technische Hintergründe, für das Feintuning und noch mehr Einblicke in diese faszinierende Beleuchtungstechnik.